Dr. Frank Quilitzsch

Erzähler, Publizist, Reiseschriftsteller, Redakteur. Lebt seit 1994 in Ulla bei Weimar. Vorstandsmitglied im Verband deutscher Schriftsteller Thüringen. Mitglied des Thüringer Literatur Quintetts (TLQ).

Geboren 1957 in Halle (Saale) als Sohn eines Akademikers und Diplomaten, wuchs zeitweilig in Sachsen-Anhalt bei den Großeltern im heutigen „Buchdorf“ Mühlbeck auf. Besuchte die Schule in Moskau, Babelsberg und Falkensee. 1976 folgte dem Abitur der Grundwehrdienst in der Nationalen Volksarmee. Studierte von 1978-1983 Germanistik an der Universität Jena und schloss ein Forschungsstudium an, promovierte 1985 mit einer Arbeit zur „Konfliktgestaltung in der Kurzprosa von Anna Seghers“ und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Sektion Literatur- und Kunstwissenschaft. War 1987-1989 als Deutschlektor an der Damaskus-Universität in Syrien und 1989/90 als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Nanjing-Universität in China tätig. Arbeitet seit 1991 als Kulturredakteur bei der Thüringischen Landeszeitung, wo er Rezensionen, Interviews, Kolumnen und Reportagen verfasst, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde.


Veröffentlichte schon als Oberschüler wissenschaftlich-phantastische Kurzgeschichten in DDR-Zeitschriften. Literarisches Debüt 1971 mit der Erzählung „Der Marssturm“, war jüngster Autor des Verlags Neues Leben Berlin. Als erste Buchveröffentlichung folgte 1987 der Prosaband „Holunder aus dem Dach“, der die Chronik des Dorfs der Großeltern verarbeitet, das dem Braunkohletagebau weichen sollte. Kalendergeschichten, Porträts und Reiseerzählungen für Anthologien sowie zahlreiche Reportagen und Feuilletons für die „Wochenpost“, Berliner Zeitung und andere überregionale Medien. Führte zwischen 1992 und 1997 Gespräche mit Schriftstellern, Liedermachern, Regisseuren und Rocksängern, die in den Band „Wie im Westen so auf Erden“ Eingang fanden. Ende 1997 begleitete er seinen vietnamesischen Freund Nguyen Van Huong nach Hanoi und Nha Trang, wo er mehrere Wochen in dessen durch den Krieg geteilter Großfamilie lebte, daraus entstand der erste Band einer Familien-Reportage, die parallel zu den Reisen ins heutige Vietnam auch die Erfahrungen Huongs in der DDR bzw. während der Wende erzählt. Seither zahlreiche weitere Vietnamreisen, mit denen das Langzeit-Projekt fortgeführt wird. In zwei von der Aufbau-Verlagsgruppe herausgebrachten und inzwischen Kult gewordenen Kurzprosabänden werden heitere Geschichten über Alltagsgegenstände erzählt, die vom Verschwinden bedroht sind. Der Band „Begegnung mit einer Prinzessin“ enthält unter anderem das China-Tagebuch von 1990. Als Theaterkritiker seit 2001 im Dauergespräch mit Thomas Thieme, Deutschlands Schauspieler des Jahres 2000, über Faust, Fußball, Gott und die Welt, 100 dieser Zeitungsinterviews erschienen 2008 als Buch, das im deutschsprachigen Theaterraum für Furore sorgt.