Frank Quilitzsch: Ein Thüringer in New York und andere Merkwürdigkeiten. Rhino-Verlag, Weimar 1997, 141 Seiten mit Illustrationen von Nel, ca. 10 Euro

„Was einem ehemals vom Westen geprägten Zeitungsmacher auffällt: Der einzige 'Ossi’ im Journalisten-Reiseteam nahm New York anders wahr – weniger routiniert, gar nicht ehrfurchtsvoll, mitunter spöttisch, aber mit neugierigem Staunen.“
(Hans Hoffmeister, Chefredakteur der Thüringischen Landeszeitung)

„Die fast 50 informativen, kurzweiligen Texte kommen wie das Sahnehäubchen auf der Alltagsarbeit des Feuilletonschreibers aus Weimar daher.“
(Thüringer Allgemeine)

„Eine Spezialität Quilitzschs sind die Porträts ostdeutscher Musik-Spezis. Ob Puhdys, Holger Biege, die Schwanenrocker Karat oder Frau Fischer: Sie alle werden mit ihrem eigenen Textmaterial dargestellt – oder vorgeführt?“
(Eulenspiegel)

 

Vorhang zerfetzt – keine Fragen offen

Der mit humorvollen Zeichnungen von Nel bestückte Prosaband liefert den satirischen Nachweis, dass die Welt zur Scheibe wird, Rinderwahn vom Menschen auf das liebe Vieh übertragbar ist und Bronto Steven Spielberg um „Jurassic Quark III“ nicht mehr herumkommen wird. Goethe flüchtet 1999 aus der Kulturstadt Weimar nach Italien, und Opferlamm Harry Juhnke behauptet sich blauäugig gegen eine Herde geklonter Schafe. Außer der Reihe kommt das Literarische Quartett mit Marcel Reiß-Grassicki, Hellmut Paraschek und Sigrid Teelöffel vorm roten Samtvorhang zusammen, um über ein Werk von Günter Grass Gericht zu halten. Im Reiseteil des Bandes wird ein Thüringer in der Weltstadt „Großer Apfel“ vom Gospel und der Trinkgeldphobie gepackt und begegnet im Central Park John Lennon, ehe zum Abgesang Mick Jagger über DDR-Kultgruppen wie Puhdys, Renft, oder City konstatiert: It’s only platt und hohl, but I like it!